5 Anzeichen für emotional abhängiges Verhalten

von | Mrz 16, 2021 | Allgemein | 4 Kommentare

Gefühle und Gedanken beeinflussen emotional abhängiges Verhalten

Unsere Gefühle und Gedanken bestimmen, wie wir uns in der Beziehung zu einem Mann verhalten. Gerade in Liebesaffären fühlen wir uns oft unsicher und wissen nicht genau, wo wir dran sind beim Anderen. Hoffnung, er entscheidet sich für uns und Enttäuschung, dass es doch wieder nicht eintritt, liegen nah beieinander. Da ist es kein Wunder, wenn diese gegensätzlichen Gefühle auch zu gegensätzlichem Verhalten führen. Und in dir der Eindruck entsteht, emotional abhängig von ihm zu sein.

Dabei kommt es oft zu diesen typischen Anzeichen.

  1. Sich auf den anderen ausrichten

In Liebesbeziehungen kommt es oft vor, dass sich beide einander angleichen. Wir lernen den anderen kennen und entdecken Dinge neu. Wenn sie uns gefallen, tun wir sie auch. Vielleicht tragen wir andere Kleidung, mögen plötzlich anderes Essen, hören neue Musik. An sich ist das noch lange kein Anzeichen, abhängig zu sein. Vielmehr ist es sehr schön, wenn zwei Menschen sich gegenseitig inspirieren.

Anders ist es, wenn du dich auf den Mann ausrichtest. Dann verhältst du dich auf eine bestimmte Weise, um bei ihm etweas zu bewirken willst. So stellst dich ihm beispielsweise zur Verfügung und tust alles, um ihm zu gefallen.

Hinter diesem Verhalten stecken Ängste. Das kann z.B. sein:

  • Die Angst, ihn zu verlieren.
  • Die Angst, nicht gut genug zu sein.
  • Die Angst, von ihm abgelehnt zu werden.

Diese Gefühle werden angefacht durch unbewusste Gedanken wie z.B.:

  • Wenn ich nicht bin, wie er mich haben will, verliere ich ihn.
  • Wenn ich eigenständig bin, werde ich abgelehnt.
  • Ich bin nicht gut so wie ich bin.

Wenn du dich aus Angst dem anderen angleichst, verlierst du dich selbst. Denn du machst dich von dem Zuspruch des anderen abhängig. Gleichzeitig versuchst du unbewusst ihn zu manipulieren, dich zu lieben.

Da dir diese Gedanken und Gefühle nicht bewusst sind, glaubst du, dass du das, was du tust, auch wirklich willst. Dadurch entsteht ein Konflikt in dir selbst. Du tust etwas, um dem anderen zu gefallen. Könntest du dir seiner sicher sein, würdest du dich anders verhalten. Das führt zu einem inneren Spannungszustand, der sich früher oder später entladen wird.

 

  1. Schwanken zwischen Begeisterung und Klagen

Solange du durch dein Verhalten seinen Zuspruch und Anerkennung von ihm erhältst, ist alles gut. Du fühlst dich bestätigt und bist zuversichtlich, ihn für dich gewinnen zu können. Du erlebst angenehme Gefühle und setzt diese mit Liebe zu ihm gleich. Sobald dein Bemühen jedoch das Gegenteil bewirkt und er sich distanziert, beklagst du dich über ihn. Das sind dann die Momente, in denen wir Frauen stundenlang mit unserer besten Freundin zusammensitzen und es nur ein Thema gibt: Ihn.

Meistens geht es dabei um den Wechsel zwischen Nähe und Distanz, den du durch das Verhalten des Mannes erlebst. Mal sagt er, dass er dich vermisst und dann meldet er sich nicht mehr. Oder er erzählt dir, dass er sich von seiner Frau trennen wird und dann fahren sie zusammen in Urlaub. Er schreibt dir wochenlang nicht, dann will er dich plötzlich wieder sehen. Und ähnliche Verhaltensweisen.

Am Ende weißt du überhaupt nicht mehr, woran du bei ihm bist. Du erlebst intensiven Liebesgefühle für ihn, gemischt mit Angst und Verwirrung.

 

  1. Emotionaler Stress

Wenn wir im Kontakt mit einem Mann intensive und gegensätzliche Gefühle erleben, führt das zu emotionalem Stress. Das kann sich z.B. so äußern, dass du schlecht oder gar nicht schläfst, wenig oder viel isst, dich völlig erschöpft und gleichzeitig überdreht fühlst.

Du wünschst dir, von diesem Zustand erlöst zu werden und dass es dir wieder gut geht. Und das passiert dann auch in dem Moment, wo er sich dir wieder zuwendet. Plötzlich ist alles wieder gut. Der Stress hört auf und du kannst wieder entspannen.

Gerade dieser Moment fördert abhängiges Verhalten, denn du lernst, dass es dir durch den Mann wieder besser geht. Der Mann wird so zur Droge für dich.  Wir können von so vielen Dingen abhängig werden. Das ist nicht nur bei Zigaretten Alkohol und Drogen der Fall. Auch von Tätigkeiten wie Sport, Arbeiten, Computer spielen, u.ä. Und auch von Menschen und speziell von einem Mann.

Was alle Formen der Abhängigkeit gemeinsam haben, ist dass der emotionale Stress mit der Droge beruhigt werden will. Das funktioniert tatsächlich auch. So wirst du immer abhängiger von dem Suchtmittel und verlierst dich dabei immer mehr. Das „Suchtmittel“ kann also tatsächlich auch ein Mann sein.

 

  1. Negatives Selbstbild und mangelnde Selbstliebe

Wenn wir ein positives Bild von uns selbst haben, heißt das, wir mögen uns selbst. Wir denken und sprechen dann gut über uns und schätzen uns wert. Einem Mann alles recht zu machen und ihm zur Verfügung zu stehen, passt dann nicht mit unserem Selbstbild zusammen. Wir gehen unsere eigenen Wege und stehen zu uns selbst.

Wenn ein Mann sich nicht auf uns einlassen will, schreiben wir das nicht uns selbst zu. Wir fühlen uns nicht schuld daran. Was nicht heißt, dass es uns traurig macht oder wir enttäuscht sind, wenn ein Mann, in den wir uns verliebt haben, das nicht erwidert. Es heißt vielmehr, dass wir uns für den anderen nicht aufgeben.

Wenn du dich von einem Mann emotional abhängig fühlst, wirst du entdecken, dass du nicht gut über dich selbst denkst. Du denkst, es liegt an dir, dass der Mann dich nicht will. Du magst dich selbst nicht. Wahrscheinlich kannst du mit dir alleine nicht viel anfangen. Vielleicht hast du auch Angst vor dem Alleinsein. Das fühlt sich nicht gut an. Da ist es verständlich, dass du dich auf den Mann ausrichtest und hoffst, dass er dir die Liebe gibt, die dir fehlt. Doch leider funktioniert das nicht.

Es ist nicht die Aufgabe eines Mannes, einer Frau zu geben, was sie selbst nicht hat. Das gilt für jede Beziehungsform. Dazu kommt, dass in einer Liebesaffäre der Mann auch mit seinen Themen ringt. Er geht mit dir keine verbindliche Beziehung ein. Das sagt auch eine Menge über ihn aus.

Ob du ein negatives Bild von dir selbst hast und dir keine Liebe schenkst, erkennst du daran, wie du dich dir selbst gegenüber verhältst. Du verurteilst dich dann oft, machst dir selbst Vorwürfe und denkst schlecht über dich. Es kann auch sein, dass du nicht gut für dich sorgst. Vielleicht gehst du viel zu spät ins Bett, isst nur Fastfood, trinkst zu wenig, rauchst zu viel. Das alles ist Ausdruck, dir selbst nicht wirklich wichtig zu sein.

Kurz um, ein negatives Bild von dir selbst und mangelnde Selbstliebe führen dazu, dass du dir selbst nicht guttust. In der Folge fühlst du dich schlecht. Hier schließt sich der Kreis zum ersten Anzeichen.

 

5. Sich gegenseitig bedingendes Verhalten

Damit du dich wieder gut fühlst, richtest du dich auf den Mann aus. Endlich ist da jemand, der dich aus dem Elend holen kann. Wenn er sich dir zuwendet, bist du begeistert. Tust du alles für ihn und er distanziert sich trotzdem wieder, verurteilst du ihn und beklagst dich. Dadurch erlebst du massiven emotionalen Stress und weil es dir so schlecht geht, wegen einem Mann, kannst du dich selbst immer weniger leiden.

Du fühlst dich emotional von ihm abhängig und schaffst es nicht, dich anders zu verhalten. Du fühlst dich gefangen und sagst dann: Ich komm nicht von ihm los.

Und das stimmt auch. Der Mann ist zur Droge geworden.

Die gute Nachricht ist:

Es ist möglich, damit aufzuhören. Und wenn du bereit bist, das zu tun, wartet ein großes Geschenk auf dich: Das Leben einer erwachsenen, reifen Frau, die sich erfüllt und glücklich fühlt.

Denn das ist es, worum es geht, wenn du emotionale Abhängigkeit lösen willst: Zu erkennen, dass noch immer die Erfahrungen aus deiner Kindheit in dir aktiv sind. Du bist auf der Suche nach der Liebe deiner Eltern. Vor allem auf der Suche nach der Liebe deiner Mutter. Darum geht es in meinem nächsten Beitrag, wenn wir uns anschauen, wie emotionale Abhängigkeit entsteht.

Kennst du das von dir, dass du dich auf den anderen ausrichtest und das Gefühl hast, gar nicht mehr du selbst zu sein? Dreht sich in Gesprächen alles um ihn? Fühlst du dich erschöpft von all dem? Oder eher aufgekratzt und unruhig? Oder beides?

Erzähle mir von dir. So hast du Gelegenheit über dich zu sprechen, statt über ihn. Das tut deiner Seele gut und ist der erste Schritt, dich selbst lieben zu lernen.

Ich freu mich auf deine Antworten und sende dir Grüße von Herz zu Herz, du Wundervolle!

emotional abhängiges Verhalten

 

 

 

4 Kommentare

  1. Liebe Jivana,

    VOLLTREFFER – sage ich zu deinen 5 Punkten…
    Zu oft, falle ich auf die Ebene von Warten und Süßholzgeraspel ein…Ja ich warte, und möchte nicht mehr warten…Mir ist bewusst, dass eine Veränderung in unserem partnerschaftlichen System eine Tragfläche hat, die eine Umkehr dessen, dass ich des Wartens überdrüssig bin – nur SCHWER – zu ändern ist…Mein Leben möchte sich im GLEICHKLANG behütet fühlen…Dieser GLEICHKLANG, weiß ich, fängt bei mir an, und NIEMAND kann ihn mir als Serum einimpfen…
    Schaue zu sehr und zu viel auf Andere, richte mich demnach auf das ein, was/u. wie der Andere deligiert…Ist es meine eigene Bequemlichkeit, die vielleicht lieber jammert, als SELBST AKTIV zu werden…Letzteres stimmt nicht ganz, denn ich handle in vielem sehr SELBST BESTIMMEND…Ist die tiefe Neigung zu einem männl. Wesen einmal da, so vergesse ich mich –
    (der letzte Satz erzeugte gerade ein seltsames Gefühl, d.h. mein Schreiben geriet ins Stocken) bilde mir ein, dass nur mein Wesen gesehen wird – was am Ende ” wieder einmal ” in eine Enttäuschung driftet…
    Vielen DANK – wünsche Ihnen ein schönes Leben
    Anne-Marie

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    • Vielen Dank für deinen Kommentar und dein offenes Teilen, liebe Anne-Marie.

      Herzliche Grüße
      Jivana

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  2. Super Beschreiben

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    • Danke, liebe Alessandra. 🙂

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